Geht man heute in den Elektronikladen um die Ecke, um sich eine neue Digitalkamera oder gar nur neue Kopfhörer zu kaufen, so entdeckt man meist den folgenden Satz auf dem Produkt: Made in China. Selbst wenn die Produkte mit Sätzen wie “Proudly made in the USA” eine gewisse Qualität versprechen, werden diese trotz allem oftmals in fernöstlichen Fabriken produziert. Das “Made in the USA” bezieht sich dann weniger auf das Fertigungsland, sondern viel mehr auf das Gebiet, in dem das Know-How für die jeweilige Kamera bzw. für das jeweilige Produkt stammt.
Was hat es jedoch mit all diesen chinesischen Produkten auf sich, die mittlerweile quasi tonnenweise auf den Markt geworfen werden? China hat sich in den letzten zehn Jahren zur Wirtschaftsmacht entwickelt. Das Land existierte vor rund fünfzehn Jahren nur als Agrarland mit wenig eigener Industrie oder gar einem Dienstleistungssektor. Während dieser auch heute noch nicht stark ausgeprägt ist, so beherrschen rauchende Schlote und triste Fabriken trotz allem das Land. Durch die billigen Arbeitskräfte in China ist es erst möglich, günstig am Fließband zu produzieren.
Die anfänglichen 5-Jahres-Pläne, die seit gut einem halben Jahrhundert existieren, beherrschen China auch heute noch. Mit dieser Planwirtschaft hat sich China, auch wenn die sozialistsiche Marktwirtschaft immer weiter abgeschafft wird, eine Rolle als Global Player gesichert. Die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Bildung konnte so deutlich verbessert werden. Die Industrie hingegen profitiert von den strengen Richtlinien, die ausländische Firmen beachten müssen, um in China produzieren zu dürfen: Blaupausen müssen an die Regierung geschickt werden und Betriebsgeheimnisse werden verraten.