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17. März 2012 von admin

Die Corioliskraft: Eine Scheinkraft

Das Wort “Scheinkräfte” ist in der Physik hochumwoben und auch heiß diskutiert: Dabei geht es um Kräfte, die es eigentlich gar nicht gibt – meist aus dem einfachen Grund, weil sie nicht mit der Newton’schen Regel “Actio gleich Reactio” übereinstimmen. Eine jede Kraft muss einen Gegenpartner besitzen, also eine weitere Kraft, die ihrer entgegen wirkt. Beschleunigt ein Auto, so wirkt beispielsweise der Luftwiderstand als Gegenkraft.

Ein Beispiel für eine Scheinkraft ist etwa die Zentrifugalkraft, die es im eigentlichen Sinn gar nicht gibt – es handelt sich dabei nämlich lediglich um die Trägheit eines Körpers, der in einer Kurve seine Lage bzw. Richtung beibehalten möchte. Die eigentliche Kraft hier ist die Zentripetalkraft – die Kraft, die den Körper zur Bewegung in den Mittelpunkt zwingt. Da es die Zentrifugalkraft aber eben nicht gibt, die eigentlich der Gegenpartner der Zentripetalkraft wäre, handelt es sich hierbei um eine Scheinkraft.

Auch die Corioliskraft ist eine solche Scheinkraft – diese ist aber in der Geographie von weit größerer Bedeutung. In einer stark vereinfachten Darstellung des Wetters auf der nördlichen Halbkugel würde ein Betrachter immer Wind aus Süd messen. Befindet sich aber ein Luftteilchen in dieser Luftmasse, so wird es tatsächlich nach Nordosten abgelenkt. Der Grund dafür liegt eben in der Corioliskraft: Die Geschwindigkeit des Erdmantels ist, absolut gemessen, am Äquator am höchsten – dort dreht sich die Erde mit 1670 km/h, während die Geschwindigkeit am Nordpol null beträgt. Ein Luftteilchen, dass nun vom Äquator zum Nordpol fliegt, behält seine Geschwindigkeit bei. Aufgrund der Erdreibung sind die Luftteilchen in West-Ost-Richtung in unseren Breiten nur noch rund 200 Kilometer in der Stunde schnell – da sich die Teilchen aber tatsächlich nicht nur in Nördliche, sondern auch in Östliche Richtung bewegen, handelt es sich bei der Corioliskraft um eine Scheinkraft – trotz der Messung von reinem Südwind am Boden.

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