In anderen Regionen der Erde gibt es deutlich weniger verfügbares Wasser, als in unseren Breiten. Bedingt durch unsere Lage in der Nähe des Atlantiks und einem der größten Gebirge weltweit, den Alpen, die beide das Wettergeschehen in Deutschland und Europa massiv beeinflussen, gibt es bei uns nur in den seltensten Fällen Probleme mit der Wasserversorgung der Bevölkerung oder der Landwirtschaft. Dabei verbraucht jeder Deutsche täglich etwa 120 Liter Wasser – das entspricht einem Aquarium mit 80 Zentimeter Seitenlänge, 35 Zentimeter Tiefe und 40 Zentimeter Höhe. Mit eingerechnet wurde hier übrigens auch schon der Verbrauch für die Toilettenspülung und das Duschen. Dieser Wert sieht bereits nach viel aus – trotz allem sind die Deutschen im Vergleich zu den Einwohner anderer Länder hier recht sparsam. In den USA beträgt der Wasserverbrauch pro Kopf etwa 675 Liter – also mehr als das 5-fache als hierzulande.
Dass der tatsächliche Wasserverbrauch pro Einwohner jedoch deutlich höher ist, wissen die Wenigsten. Die oben genannten Werte beziehen sich auf das aktiv verbrauchte Wasser. Aber auch für die Produktion von Nahrungsmitteln, deren Transport und die Herstellung von Luxusgütern wie etwa Notebooks wird einiges an Wasser verbraucht. Diese verbrauchten Wassermengen nennen sich “virtuelles Wasser”. Jeder Deutsche verbraucht hier dann um die 1200 Liter täglich – das ist mehr als ein Kubikmeter pro Kopf – 365 mal im Jahr.
Wer anstatt eines Glases Apfelsaft Bier trinkt, der spart über 200 Liter Wasser. Gerade dieses virtuelle Wasser trägt in manchen Regionen stark dazu bei, dass Grundwasserpegel sinken. So lassen manche Softdrinkhersteller teilweise eigens Brunnen bohren, um ihre Ausgaben für Wasser zu senken. Das hat in manchen Regionen schon zu großen Bewässerungsproblemen geführt. Übrigens: Wer während der Wintersaison ein Kilo Erdbeeren aus Spanien kauft, ist für den Verbrauch von 100 Litern virtuellem Wasser verantwortlich.